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Run @ Rate – Nachweis der Serienreife

08. Juli 2026

Wie Sie mit einem Run @ Rate belegen, dass Ihr Prozess Serienstückzahlen in Qualität und Takt beherrscht.

Ein Bauteil, das im Labor perfekt gefertigt wird, ist noch kein serienreifes Produkt. Erst wenn Ihr Prozess die vereinbarte Stückzahl unter realen Bedingungen zuverlässig und in gleichbleibender Qualität liefert, ist die Serienreife belegt. Genau dafür steht der Run @ Rate (R@R): ein strukturierter Produktionslauf, der zeigt, dass Ihr Fertigungssystem die vertraglich zugesagte Kapazität tatsächlich erreicht.

Was ist ein Run @ Rate?

Der Run @ Rate ist ein anerkanntes Verfahren aus der Automobilindustrie, mit dem ein Lieferant nachweist, dass sein Produktionsprozess die geforderte Tages- oder Stundenkapazität unter Serienbedingungen erbringt – ohne Sondermaßnahmen, mit Serienwerkzeugen, Serienmaschinen, Serienpersonal und freigegebenem Material. Im Kern beantwortet der R@R die Frage: Kann dieser Prozess die vereinbarte Menge in der geforderten Qualität und im geforderten Takt liefern?

Der Run @ Rate ist damit fester Bestandteil der Bemusterungs- und Freigabelogik. Im international verbreiteten PPAP (Production Part Approval Process) innerhalb des APQP-Rahmens gilt er als eigenständiges Freigabeelement. Bei den deutschsprachigen OEMs, die nach VDA Band 2 – Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF) arbeiten, entspricht er inhaltlich dem Serienfähigkeits- beziehungsweise Kapazitätsnachweis. Ursprünglich bekannt wurde das Verfahren unter Bezeichnungen wie GM GP-9.

Wann wird ein Run @ Rate gefordert?

Ausgelöst wird ein R@R typischerweise durch Situationen, die auch nach PPAP oder VDA 2 eine erneute Freigabe verlangen:

  • Anlauf eines neuen Produkts oder einer neuen Produktionslinie
  • Wesentliche Prozessänderungen (neues Werkzeug, neue Anlage, geänderter Prozessablauf)
  • Verlagerung der Fertigung an einen anderen Standort oder Lieferanten
  • Kapazitätserhöhung oder längere Produktionsunterbrechung

Der Run @ Rate wird in der Regel beim Lieferanten durchgeführt – häufig unter Beobachtung des Kunden vor Ort. Ein bestandener R@R ist vielfach Voraussetzung für die Serienfreigabe.

Ablauf und Kennzahlen

Ein Run @ Rate ist ein zeitlich definierter Produktionslauf unter Serienbedingungen. Verbreitet ist ein Lauf von einer bis acht Stunden beziehungsweise über eine repräsentative Losgröße – in vielen Kundenvorgaben mindestens 300 aufeinanderfolgende Teile. Entscheidend ist, dass nichts geschönt wird: Rüstwechsel, Bedienerwechsel, Pausen und typische Störungen gehören zum realistischen Bild dazu.

Bewertet werden dabei vor allem folgende Größen:

  • Taktzeit / Zykluszeit: Wird die geplante Ausbringung je Zeiteinheit erreicht?
  • Kapazität: Ergibt sich hochgerechnet die vertraglich zugesagte Tageskapazität – idealerweise mit einer Reserve?
  • Ausschuss- und Nacharbeitsquote (First Pass Yield): Bleibt die Qualität über den gesamten Lauf stabil?
  • Anlagenverfügbarkeit (OEE): Wie wirken sich Störungen und Umrüstungen auf die reale Leistung aus?

Die Ergebnisse werden dokumentiert und mit den geplanten Zielwerten abgeglichen. Werden die Zielwerte erreicht, gilt die Serienfähigkeit als nachgewiesen; bei Abweichungen werden Maßnahmen definiert, umgesetzt und der Lauf gegebenenfalls wiederholt.

Abgrenzung zum Production Trial Run

Der Run @ Rate wird gelegentlich mit dem Production Trial Run verwechselt. Der Trial Run dient primär dem Nachweis, dass der Prozess unter Serienbedingungen gute Teile erzeugt. Der Run @ Rate geht darüber hinaus und prüft zusätzlich die Kapazität und Prozessleistung über die Zeit – also nicht nur „Ist das Teil gut?", sondern auch „Kommt die Menge im Takt?".

Typische Stolpersteine

  • Optimierte Testbedingungen: Ein Lauf mit dem besten Bediener und ohne Rüstwechsel liefert schöne Zahlen, aber keinen belastbaren Nachweis.
  • Fehlende Kapazitätsreserve: Wer exakt am Zielwert landet, hat keinen Puffer für Ausschuss, Störungen und Nachfragespitzen.
  • Lückenhafte Datenerfassung: Ohne saubere Erfassung von Stück-, Ausschuss- und Störungsdaten lässt sich das Ergebnis nicht nachvollziehbar belegen.
  • Unklare Akzeptanzkriterien: Zielwerte für Kapazität, Ausschuss und Takt sollten vor dem Lauf mit dem Kunden abgestimmt sein.

Einordnung in das Qualitätsmanagement

Der Run @ Rate ist kein isoliertes Ereignis, sondern das Ergebnis einer sauberen Vorarbeit aus APQP beziehungsweise VDA-2-Reifegradlogik: belastbarer Prozessablaufplan, Prozess-FMEA, Produktionslenkungsplan (Control Plan) und Maschinen- sowie Prozessfähigkeitsuntersuchungen. Der aktuelle VDA Band 2 (7. Auflage, 2025) betont dabei einen risikobasierten Ansatz – Umfang und Tiefe der Nachweise richten sich nach dem Risiko des jeweiligen Teils. Der R@R ist somit der Praxistest, der die vorher auf dem Papier geplante Serienfähigkeit unter realen Bedingungen bestätigt.

Wie der VQB unterstützt

Der VQB begleitet Sie bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung Ihres Run @ Rate – von der Ableitung realistischer Akzeptanzkriterien über die Datenerfassung bis zur Dokumentation für PPAP oder VDA-2-PPF. Wir prüfen Ihre Prozess- und Kapazitätskennzahlen (Taktzeit, OEE, Ausschussquote) auf Belastbarkeit und decken Reserven wie Risiken frühzeitig auf. So gehen Sie mit einem nachvollziehbaren, kundensicheren Serienreifenachweis in die Freigabe – und vermeiden teure Nacharbeiten kurz vor dem Serienanlauf.

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Event Information

  • 07. März 2025
    11:00 am
Run @ Rate – Nachweis der Serienreife
Sunset Drive
56789 Oakville
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